1. Der Hype um die „Strompreis-Absicherung“
Power Purchase Agreements (PPAs) werden aktuell als das Allheilmittel gegen hohe Strompreise gefeiert. Doch das Paradoxon liegt auf der Hand: Während Käufer PPAs zur Absicherung suchen, geben sie gleichzeitig zu, die langfristigen Preisrisiken überhaupt nicht abschätzen zu können.
2. Großindustrie und Mittelstand: zwei völlig unterschiedliche Welten
Der Hype verdeckt oft die eigentlichen Motivationen:
- Die Großindustrie nutzt PPAs strategisch, gestützt durch massive staatliche Subventionen und Entlastungsinstrumente, die ihr ein völlig anderes Risikomanagement erlauben.
- Der Mittelstand läuft Gefahr, auf den PPA-Hype hereinzufallen: Ohne ausreichende Marktkenntnisse, ohne entsprechende Absicherungsinstrumente und ohne staatliches Auffangnetz unterschreiben viele Verträge, deren Risiken sie kaum überschauen können.
Mein Fazit
PPAs sind kein pauschaler Selbstzweck.
Für die Großindustrie mag die Rechnung dank Subventionen aufgehen. Für den Mittelstand wird der unüberlegte Einstieg in den PPA-Hype ohne fundiertes Markt-Know-how schnell zum kalkulierbaren Risiko.
Was bedeutet das praktisch? Vor der Unterschrift sollten Preisstruktur, Laufzeit und Abnahmerisiken eines PPA-Angebots unabhängig bewertet und mit anderen Beschaffungs- und Absicherungsoptionen verglichen werden.